Der Begriff Fahrzeugdiagnose beschreibt die genaue Zuordnung von Befunden zu Fehlern an elektrischen und elektronischen Komponenten in Kraftfahrzeugen. Hierzu zählen eine Reihe von technischen Anwendungen, die zum Beispiel der Fehlersuche, der Fahrzeugkonfiguration und der Fahrzeugoptimierung dienen. Darüber hinaus dient die Fahrzeugdiagnose zur Information bzw. Warnung des Fahrers über aufgetretene Fehler und zum Einleiten von Deaktivierungen, wenn der sichere Betrieb nicht sichergestellt werden kann. Die Fahrzeugdiagnose wird grundsätzlich in drei Bereiche aufgegliedert:
On-Board-Diagnose
Diagnosebestandteile innerhalb des Fahrzeuges, auch als Fahrzeugeigendiagnose
bezeichnet.
Off-Board-Diagnose
Hilfsmittel, die z.B. zur Unterstützung bei der Fehlerfindung und
anschließenden Reparatur herangezogen werden können.
EOL-Diagnose
Band-Ende Diagnose (engl. End-of-Line Diagnostics) erfolgt bei Inbetriebnahme
des Fahrzeuges. Hierzu werden auch spezielle Betriebsmodi im Steuergerät
implementiert.
Im Volksmund bezeichnet Fahrzeugdiagnose die Kommunikation zwischen einem externen Prüfgerät (Diagnose-Tester) und den elektronischen Komponenten (Steuergeräte) über ein Diagnoseprotokoll.
Die On-Board-Diagnose besteht im wesentlichen Sinnen aus
der Überwachung der am Steuergerät angeschlossenen Sensoren
und Aktuatoren, der Plausibilitätsprüfung, durch Bewertung von
aktuellen Zuständen und Signalen gegen Sollgrößen, Kennlinien
oder Algorithmen und der Aus-fallüberwachung von zyklisch eingehenden
Information, wie z.B. angeschlossene CAN-Systeme und deren Daten.
Die Steuergeräte führen diese Selbstüberwachung während des
laufenden Betriebs durch. Wird hierbei ein oder mehrere Fehler
festgestellt, so werden die Ergebnisse als sog. Diagnostic Trouble
Codes (DTCs) im Ereignisspeicher des Steuergeräts gespeichert.
Später können diese über den Diagnosetester ausgelesen werden.
Im Falle von sicherheitsrelevanten Fehlern werden diese dem
Fahrer im Armaturenbrett angezeigt.
Die Off-Board-Diagnose ist eine freie Fehlersuche. Nach dem
Auslesen der im Steuergerät gespeicherten Daten (unter anderem
die DTCs) durch den Diagnosetester, werden diese um Zusatzinformation
wie Prüfvorschriften oder Stromlaufpläne ergänzt. Mit diesen
Prüfvorschriften sollte es möglich sein, alle in der On-Board
Diagnose erkannten Probleme zu beseitigen. Desweiteren gibt
es Fehler, die über die Systemgrenzen der On-Board-Diagnose
hinweg reichen. Daher bietet die Off-Board-Diagnose spezielle
Testprozeduren zur Analyse von z.B. Sensoren und Aktuatoren
an.
Bsp.: Ein klemmendes Magnetventil führt zu keinem elektrischen
Fehler (da elektrisch in Ordnung) und kann somit nicht durch
die On-Board-Diagnose erkannt werden. Der Diagnosetester bietet
daher die Testprozedur Aktortest. Dadurch kann ein Servicemitarbeiter
die mechanisch korrekte Funktion des Magnetventils überprüfen.
Die EOL-Diagnose dient der Inbetriebnahme eines Fahrzeuges. Hierbei wird die Funktionalität des Steuergerätes konfiguriert bzw. kalibriert.
Das Bindeglied zwischen On-Board-Diagnose und den Off-Board-seitigen
Diagnosewerkzeugen ist die Diagnose-Kommunikation. Über genormte
Hardware- und Softwareschnittstellen treten die im Fahrzeug
verbauten Steuergeräte mit dem Diagnosetester in Verbindung.
Die Diagnose der Voith Fahrzeugkomponenten erfolgt derzeit unter
den Protokollen KWP2000(auf K-Line Hardware) und UDS (auf CAN-BUS).
Sowohl Hardware und Protokoll sind streng genormt, da in jedem
Fahrzeug eine Vielzahl Steuergeräte verbaut sind, die alle von
einem OEM Diagnosetester angesprochen werden können (z.B. MAN-Cats
STARdiagnose). Dazu kommen gesetzliche Vorschriften für die
Diagnose, die sich zum Beispiel aus den Abgasvorschriften (OBD2)
herleiten.
Grundsätzlich läuft die Diagnosekommunikation als „Frage-Antwort-Spiel“
ab. Diesem liegt ein Client-Server-Modell zugrunde. Das Steuergerät
fungiert als Server und der Tester als Client. Da alle Steuergeräte
und Tester zusammen an einer Leitung angeschlossen sind, ist
jedem Gerät eine Physikalische Adresse zugeordnet.
Für die Verwendung der Diagnosesoftware ALADIN benötigen Sie einen PC, entsprechend den Systemvoraussetzungen, ein Diagnose-Interface (Pegelwandler) und optional einen fahrzeugseitigen Adapterstecker.
Diagnose-Interfaces sind in verschiedenen Varianten erhältlich. Bitte prüfen Sie auf der Interface Seite, welches Ihren Anforderungen entspricht.
Die primäre Funktion in ALADIN ist das Auslesen des Ereignisspeichers
und dessen Visualisierung im Reporter. Das Auslesen erfolgt
über die Upload-Funktion. Hierbei werden alle Daten des Steuergeräts
gelesen und anschliesend in einem sogenannten ECU-File gespeichert.
Diese Files werden auf der lokalen Festplatte gespeichert. Sie
haben dadurch die Möglichkeit, Fahrzeugdaten zu sammeln, mit
dem Voith Kundendienst auszutauschen und zu archivieren. Mit
den ALADIN Differenz- und Flotten-Reports sind Sie somit in
der Lage, verschiedene Fahrzeuge miteinander und/oder das gleiche
Fahrzeug zu verschiedenen Zeitpunkten miteinander zu vergleichen.
Zusätzlich zu der Auswertung von Ereignissen verfügt ALADIN
über Funktionen, die Sie bei der Wartung, der Installation eines
Neu-Getriebes und bei der Fehlersuche am Fahrzeug unterstützen.
| Upload | Der Upload liest den Ereignisspeicher eines Getriebe-Steuergeräts und erstellt ein ECU-File für den ALADIN ECU-Report. Zusätzlich kann der Ereignisspeicher geköscht werden. | ||
| Download | Der Download ermöglicht das Laden von HEX-Files (Software oder Datensatz) in ein Getriebe-Steuergerät | ||
| Reporting | Der Reporter visualisiert alle Inhalte des ECU-Files. Sie erhalten dadurch Zugriff auf den Ereignisspeicher, diverse Kennzahlen und Betriebsdaten, oder die Fahrzeugkonfiguration. | ||
| Service | Verschiedene Funktionen für die Off-Board und EOL-Diagnose |
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